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Fragen zu Maßnahmen im Landkreis Barnim bezüglich der Ausbreitung Corona-Virus

1. Die Coronaviren sollen sich ähnlich wie Influenza ausbreiten. Dennoch belegen aktuelle Fälle, dass das Tempo der Ausbreitung rasant voranschreiten kann. Wie bereitet sich der Landkreis Barnim aktuell vor?

In Deutschland sind derzeit 10999  (Stand 20. März 2020) Fälle bekannt, bei denen sich Menschen mit dem Corona-Virus infiziert haben.

aktuelle Fallzahlen für Deutschland Quelle: Robert Koch Institut

Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich das Virus noch weiter verbreiten wird. Die Übertragung geschieht dabei ähnlich wie bei einem Influenza-Virus durch feinste Tröpfchen. Im Übrigen gibt es in diesem Jahr bereits 300 gemeldete Influenza-Fälle im Barnim. Der Krankheitsverlauf ist hier in der Regel schwerer. Es besteht in Sachen Corona-Virus also kein Grund zur Panik.

Das Gesundheitsamt des Landkreises befindet sich zur Vorbereitung auf eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus in enger Abstimmung mit Ärzten, dem Rettungsdienst, der Regionalleitstelle und den Krankenhäusern. Für all diese Fachleute gibt es Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Institutes und des Brandenburgischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz. Diese beinhalten Empfehlungen zur Schutzkleidung, zum Transport oder zu den geeigneten Gegenmaßnahmen.

2. Wie werden die Ärzte im Landkreis Barnim auf eine kritische Situation mit massenhafter Ausbreitung vorbereitet und was sollten Infizierte tun?

Auch mit den niedergelassenen Ärzten befinden wir uns im Austausch und auch für sie gibt es Handlungsempfehlungen. Bei Verdacht auf Corona sollten sich Patienten nicht direkt in die Arztpraxis begeben, in deren Wartebereichen sich mitunter viele Menschen befinden. Ratsam wäre ein vorherige telefonische Kontaktaufnahme, so dass die Arztpraxis den Arztbesuch koordinieren kann. Für Notfälle hat das Gesundheitsamt zudem seinen Bereitschaftsdienst erweitert. Dieser steht nun sieben Tage die Woche jeweils 24 Stunden zur Verfügung.

3. Schnell geraten Teile der Bevölkerung unter Druck. In Italien ist von Hamsterkäufen bei Medikamenten und Lebensmitteln die Rede. Was empfiehlt der Landkreis Barnim?

Sich mit Vorräten einzudecken ist überhaupt nicht nötig. Wie gesagt, es besteht kein Grund zur Panik, denn wir reden lediglich von einigen wenigen Fällen. Eine Abriegelung ganzer Städte, so wie in China, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bereits kategorisch ausgeschlossen.

4. Soweit ich weiß, gibt es einen Stab um Landrat Daniel Kurth, der sich gut vernetzt hat und verstärkte Rufbereitschaften im Gesundheitsamt nach sich zieht. Wie arbeitet der Stab, wie sind die Krankenhäuser vorbereitet und eingebunden?

Der Verwaltungsstab des Landkreises wurde bislang noch nicht einberufen. Dies wäre auch tatsächlich in einer Krisensituation nötig. Dennoch lässt sich der Landrat von seinen Fachleuten über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden halten, um reagieren zu können.

5. Der Virus gilt als hochansteckend. Die Verläufe gelten jedoch auch als gut behandelbar. Welche Vorkehrungen sind getroffen, um zum Beispiel Quarantäne sofort umzusetzen?

Mit den Krankenhäusern stehen wir im Austausch. Die dortigen Rettungsstellen sind so ausgestattet, dass eine Isolation eines Patienten jederzeit möglich ist. Wie genau dies umgesetzt wird, regelt ebenfalls eine Handlungsempfehlung des Robert-Koch-Institutes.

Begründete Verdachtsfälle werden ins Krankenhaus gebracht. Mögliche Infizierte ohne begründeten Verdacht indes werden in der Regel zu Hause durch das Gesundheitsamt betreut. Wir stehen dann mit den Patienten in Kontakt, lassen uns über Wohlbefinden, Temperatur und Ähnliches unterrichten. Die Patienten müssen dafür Tagebuch führen.

6. Gibt es ein Nottelefon für die Bevölkerung im Barnim bei Fragen oder Hinweisen?

Das Gesundheitsamt bietet Beratungen an und ist unter der Telefonnummer 03334 214-1601 zu erreichen. Für echte Notfälle wiederum steht die Regionalleitstelle Nordost zur Verfügung. Diese ist unter der bekannten Notrufnummer 112 zu erreichen.

Zur Vorbeugung sind allen Barnimerinnen und Barnimern die bekannten Hygienemaßnahmen zu empfehlen. Dazu gehört das regelmäßige Hände waschen genauso wie das Benutzen von Taschentüchern oder das Niesen in die Armbeuge. Auch sollte das Händeschütteln, etwa zur Begrüßung, vermieden werden.

Aufmerksamkeit und erhöhte Vorsicht sind geboten. Wichtig jedoch ist, nicht in Unruhe zu geraten. Wirklich gefährlich wird es spätestens dann, wenn die bestehenden Gesundheits- und Versorgungssysteme durch Hamsterkäufe oder unnötige Anforderungen von Rettungsmitteln an die Grenze der Leistungsfähigkeit gebracht werden.

Zum Download

Informationsblatt des Landkreises Barnim zum COVID-19 (Corona-Virus)

Antrag auf Verdienstausfallentschädigung nach §56 Infektionsschutzgesetz