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Informationen an die Ärztinnen und Ärzte des Landkrieses Barnim zu COVID-19 (CoronaVirus)

Umgang und Verfahren mit Verdachtsfällen

Stand 29.02.2020, 17:30 Uhr

Die derzeitigen Herausforderungen im Umgang mit den Patientinnen und Patienten zum COVID-19 stellt uns alle vor eine gemeinsame Aufgabe. Diese können wir nur mit Ihnen in enger Abstimmung zwischen allen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, der Leitstelle IRLS NordOst, dem Rettungsdienst des Landkreises Barnim, den ortsansässigen Krankenhäusern und dem Gesundheitsamt des Landkreises Barnim umsetzen.

Grundlage unserer Handlungen ist es, entsprechend der Ziele des Robert-Koch-Instituts (RKI) eine Verbreitung des Coronavirus` einzugrenzen. Ein Auszug des Epidemiologischen Bulletins aus 7/2020 liegt anbei.

Es gilt mit all unseren Ressourcen zielführend umzugehen. Das heißt, zunächst Ruhe zu bewahren und besonnen zu reagieren. Gleichermaßen stehen uns allen nur noch begrenzte Schutzausrüstungen zur Verfügung. Auch auf dem allgemeinen Markt ist der Erwerb notwendiger Materialien gegenwärtig nicht mehr zu realisieren. Der Landkreis Barnim wird Sie als Ärztinnen und Ärzte nicht in dem von Ihnen gewünschten Umfang mit Schutzausrüstung ausstatten können. Das dem Landkreis Barnim zur Verfügung stehende Material wird dringend für die Rettungskräfte für die Behandlung bestätigter Erkrankter benötigt. Dafür bitten wir um Ihr Verständnis.

Gleichwohl muss es unser aller Anliegen sein, die Infektionen von ärztlichem und nichtärztlichem Personal zu verhindern. Bislang sind wenige Patientinnen und Patienten, die der Testung nach den Kriterien des RKI unterzogen werden mussten, vorhanden. Alle Testergebnisse sind bisher negativ ausgefallen.

In Vorbereitung auf ein gesteigertes Anrufaufkommen zum Coronavirus hat der Landkreis Barnim eine Hotline unter der Telefonnummer 03334 214-1601 eingerichtet. Diese Rufnummer steht 24/7 für Fragen rund um das Thema - auch am Wochenende - zur Verfügung.

Die Notrufnummer 112 ist wie bisher der Entgegennahme und Koordination von Einsätzen des Rettungsdienstes und der Feuerwehr vorbehalten, insbesondere zur Abwendung lebensbedrohlicher Zustände.

Als Verfahren zum Umgang mit möglichen Verdachtsfällen empfehlen wir Ihnen Folgendes:

  • An der Eingangstür zu Ihrer Praxis können Sie gern den beiliegenden Hinweis im Umgang mit COVID-19 anbringen.
  • Wir bieten Ihnen in Verdachtsfällen eine Abstimmung mit dem Gesundheitsamt zum weiteren Vorgehen unter der Telefonnummer 03334 214-1601 an.
  • Zudem können Sie auch eine telefonische Beratung über die eingerichtete Hotline der Rettungsstelle des Werner-Forßmann-Krankenhauses über 03334 69-2000 in Anspruch nehmen. Die Rettungsstelle des Immanuel Klinikums Bernau steht Ihnen unter der Telefonnummer 03338 69-4440 zur Verfügung.
  • Sofern Ihnen die entsprechende Schutzausrüstung nicht zur Verfügung steht, können Sie ausschließlich in begründeten Verdachtsfällen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nach vorheriger Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt die Patientin oder den Patienten an die Rettungsstellen verweisen.

Sollten die vorhandenen Kapazitäten in den Rettungsstellen nicht mehr ausreichend sein oder die derzeitigen Handlungsgrundlagen des RKI und/oder Maßnahmen des Landes Brandenburg zu anderen Erkenntnissen führen, werden wir Sie über unsere Planungen informieren.

Sollten sich Kolleginnen oder Kollegen an Sie wenden, die diese Informationen nicht erhalten haben, unterstützen Sie uns bitte, in dem Sie bei Ihren Kolleginnen und Kollegen dafür werben, eine E-Mail-Anschrift bei uns zu hinterlegen. Gern nehmen wir Kontaktdaten unter projekt-organisation@kvbarnim.de entgegen. Die Angaben werden nur zum Zwecke des Informationsaustausches zwischen dem Gesundheitsamt und Ihnen verwendet. Eine Weiterleitung an Dritte erfolgt nicht.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV_node.html

https://www.barnim.de/leben-in-barnim/gesundheit/coronavirus.html

Auszug aus dem Epidemiologischen Bulletin aus 7/2020 vom 13. Februar 2020

Welche Maßnahmen das RKI derzeit empfiehlt – und welche Ziele damit erreicht werden sollen

„In der aktuellen Situation, in der die meisten Fälle im Zusammenhang mit einem Aufenthalt im Risikogebiet oder lokalen Clustern auftreten, empfiehlt das RKI eine Eindämmungsstrategie (Containment). Die massiven Anstrengungen auf allen Ebenen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) verfolgen das Ziel, einzelne Infektionen so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus dadurch so weit wie möglich zu verhindern. Um das zu erreichen, müssen Infektionsketten so schnell wie möglich unterbrochen werden. Dies gelingt nur, wenn Kontaktpersonen von labordiagnostisch bestätigten Infektionsfällen möglichst lücken¬los identifiziert und für 14 Tage (die maximale Dauer der Inkubationszeit) in häuslicher Quarantäne untergebracht werden (Empfehlung zur Kontaktperso-nennachverfolgung bei respiratorischen Erkrankungen durch das neuartige Coronavirus). In diesen 14 Tagen ist das Gesundheitsamt mit den Betroffenen täglich in Kontakt, um rasch zu handeln, falls Symptome auftreten sollten. Auch wenn nicht alle Erkrankungen und Kontakte rechtzeitig identifiziert werden können, bewirken diese Anstrengungen, dass die Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung so stark wie möglich verlangsamt wird. Eine Erkrankungswelle in Deutschland soll hinausgezögert und deren Dynamik abgeschwächt werden. Ziel dieser Strategie ist es, Zeit zu gewinnen um sich bestmöglich vorzubereiten und mehr über die Eigenschaften des Virus zu erfahren, Risikogruppen zu identifizieren, Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Gruppen vorzubereiten, Behandlungskapazitäten in Kliniken zu erhöhen, antivirale Medikamente und die Impfstoffentwicklung auszuloten. Auch soll ein Zusammentreffen mit der aktuell in Deutschland und Europa laufenden Influenzawelle soweit als möglich vermieden werden, da dies zu einer maximalen Belastung der medizinischen Versorgungsstrukturen führen könnte.“

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/07_20.pdf?__blob=publicationFile

Liebe Patientinnen und Patienten,

auf Grund der aktuellen Lage zum Thema CORONAVIRUS möchten wir Patientinnen und Patienten bitten, die:

•    innerhalb der letzten 14 Tage in direktem Kontakt zu einem nachgewiesenen Erkrankungsfall standen oder
•    sich in den letzten 14 Tagen in einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben.

Mit Stand vom 27.02.2020 sind das:
China:         Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan) und die Städte Wenzhou, Hangzhou,
Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang.
Iran:             Provinz Ghom
Italien:         Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region
Venetien.
Südkorea:     Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)

sich an das Gesundheitsamt zu wenden und nicht die Praxis zu betreten. Das Gesundheitsamt erreichen Sie unter der Telefonnummer 03334 214-1601. Das weitere Vorgehen wird dann mit Ihnen besprochen.

Mit Ihrem umsichtigen Handeln schützen Sie andere Patientinnen und Patienten und unser Praxispersonal.                               
Vielen Dank!